Entscheiden Sie emotional oder rational?
In der beruflichen Praxis und im Privatleben müssen Sie bei jeder Entscheidung wählen, wie weit Sie diese Entscheidung emotional oder analytisch treffen. Dabei treten wiederholt Konflikte auf, die aus dem Für und Wider beider Entscheidungswege resultieren. Ohne analytisches Denken scheint der berufliche Erfolg beschränkt zu sein und ohne emotionale Rechenschaften fühlen Sie sich materialisiert, mechanisiert und nicht als soziales Gesellschaftsmitglied.
Analytische und emotionale Argumentationen, gelegentlich auch im Kontrast wirtschaftliches und soziales Denken dargestellt, stellen sich gerade in der Berufswelt immer mehr als Schwierigkeit heraus. Die Wirtschaft befindet sich in einem unbeirrten Konzentrationsprozess und dabei wird jede noch so kleine Ineffizienz im Rahmen der Prozessoptimierung möglichst beseitigt. Die Arbeitsplatzanzahl eines Unternehmens ist eine lockere Stellschraube zur Kostenkontrolle geworden, welche gegenwärtig die mittelfristige Flexibilität von Organisationen gewährleisten soll. Demzufolge müssen Sie von einer emotionalen Begründung oder Rechtfertigung scheinbar größtenteils absehen, um die unternehmerischen Ziele verfolgen zu können und Ihre eigene Existenz zu gewährleisten.
Wenn Sie hierbei moralische Bedenken haben und Ihr Gewissen mit Ihnen in einen inneren, kritischen Dialog geht, ist das gut und richtig. Damit meinen wir nicht, dass Sie tendenziell in die eine oder andere Richtung entscheiden sollen. Vielmehr ist im Rahmen der Selbstbeobachtung wichtig zu erkennen, ob bei Ihnen das eine oder andere Denkmuster dominiert und inwieweit Sie beide Denkmuster in Balance halten.
Zweifelsohne werden Ihnen eines Tages Angelegenheiten und Entscheidungsfälle zugeteilt, welche schwierig zu lösen sind und Sie in die Not unangenehmer Auswahlsituationen bringen. Sie sollen eine Entscheidung treffen, die wirtschaftlich notwendig und sinnvoll ist, die Ihnen aber auf emotionaler und moralischer Ebene Bauchschmerzen bereitet. In einem solchen Dilemma und Zielkonflikt hilft es nichts, eine notwendige Entscheidung aufzuschieben.
Hilfreich ist es in den meisten Fällen, die Situation aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten: So können Sie zum Beispiel positive Aspekte suchen und finden. Die Entscheidung wird Ihnen immer noch schwer fallen, aber das Positive ist, Sie können sie fällen. Sie können beschließen, was in der jeweiligen Situation eine adäquate Lösung ist. Dies ist eine Pflicht aber auch eine Ehre, welche nicht allen Menschen zugetragen wird.
Solche Entscheidungen treffen Sie täglich im Kleinen, sowie zunehmend auch im Großen. Es ist dabei auch eine soziale Aufgabe, analytisch zu sein. Bewahren Sie zum Beispiel die Konkurrenzfähigkeit des Unternehmens durch Stellenstreichung schützen Sie alle verbleibenden Arbeitnehmer. Ebenso können Sie eine soziale Entscheidung auch analytisch fällen, so beispielsweise, wenn Sie auf Grund Ihrer Kalkulation die Unnötigkeit der Stellenstreichung beweisen können.
Wichtig ist, dass Sie Ihre Denkmuster kennen und akzeptieren. In der nächsten Ebene können Sie dann lernen, innere Konflikte zwischen Emotionalität und Rationalität nicht als Hindernis, sondern als nützlichen Mechanismus anzusehen, der Ihnen bei Ihrer Persönlichkeitsentwicklung hilft, Ihre Ziele und Werte in Einklang zu halten.
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