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Selbstachtung - Wertschätzung der eigenen Person

Selbstachtung ist die Wertschätzung einer Person gegenüber seinem eigenen Ich und seiner Fähigkeit glücklich zu leben. Selbstachtung ist die ehrliche, objektive Beurteilung der eigenen Persönlichkeit. Es wird in der Theorie von einigen Autoren nicht unbedingt von Selbstwertgefühl abgegrenzt, aber gerade in der Gliederung differenzierend zwischen Fühl- und Denkmustern ist der Unterschied evident. Selbstwertgefühl ist ein Fühlmuster, Selbstachtung jedoch ein Denkmuster, denn Selbstachtung ist die intellektuelle Wertschätzung, Selbstwertgefühl betrachtet emotionale Prozesse.

Existenzielle und intellektuelle Selbstachtung

Selbstachtung gibt es in zwei Formen, nämlich in der existenziellen und der intellektuellen Ausprägung. Dabei ist der intellektuellen Selbstachtung besonders der eigene Wert als Persönlichkeit entscheidend. Beim Verlust der existenziellen Selbstachtung geht es gar nicht mehr um kognitive Persönlichkeitsaspekte sondern schon um die Aufgabe des Gefühls der Existenzberechtigung als ganzer Mensch. Neben Selbstzweifeln und Ungewissheit führt der Verlust der existenziellen Selbstachtung auch zur gesundheitlichen, hygienischen und körperlichen Gleichgültigkeit.

Mitunter ist gerade die gegenseitige Förderung der eigenen Selbstachtung in einer Gruppenbeziehung sehr ausschlaggebend. Howard und Charlotte Clinebell stellen in ihrem Buch „The Intimate Marriage“ die Selbstachtung als höchstes Element einer privaten Beziehung dar, welcher die Partner explizite Beachtung schenken soll. Besonders die Stärkung der Selbstachtung des Partners führt zum dauerhaften „Eheerfolg“. Gerade in Partnerschaften gibt es einen beobachtbaren so genannten positiven Zyklus, welcher wechselseitig die Selbstachtung aufbaut. Beispielsweise baut Person 1 die Selbstachtung einer Person 2 nach einem Misserfolg wieder auf. Person 2 bedankt sich für die Unterstützung und baut damit die Selbstachtung von Person 1 auf.

Ein Individuum, welches seine Selbstachtung verliert, entkoppelt sich von Fühl-, Denk- und Verhaltensmustern. In Gleichgültigkeit oder in affektiertem Auftreten gibt die Person sich allem hin, ohne die Konsequenzen für sich und andere abzuschätzen. Selbstachtung können Sie mit der physiologischen Gesundheit vergleichen. Dabei steht eine Person ohne Selbstachtung der eigenen Gesundheit meist gleichgültig gegenüber.

Eine therapeutische Annährung an mangelnde Selbstachtung ist die non-direktive oder klientenbezogene Gesprächspsychotheraphie von Carl Rogers. Ihr Ziel ist die persönliche Selbstverwirklichung und sie basiert damit auf den Problemen der mangelnden Selbstachtung. Sie propagiert die Eigenverantwortung und versucht das aktive Erleben von Gefühlen zu forcieren. Diese Therapieform wird meist bei Depression, Angst- und schizophrenen Störungen eingesetzt. Basis dabei ist die professionelle Empathie des Therapeuten sowie die unbedingte Wertschätzung der zu behandelnde Person.

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